Herr Schiek ist gelernter Sozialarbeiter und war in beruflich als Suchtberater tätig und hat auch Gruppenabende geleitet. Er möchte
seine Themen unter die Leute bringen und hält inzwischen immer wieder Vorträge bei den
Landfrauen.

Angst=

  • Wenn es um eine Sache geht, von der wir uns herausgefordert fühlen
  • Ist ein Grundgefühl
  • Beim Erleben von Angst gibt es große Unterschiede
  • Ist eine wichtige Funktion, um sich Gefahren bewusst zu machen
  • Kann auch lähmen
  • Ich erlebe mich in verschiedenen Situationen ängstlich
  • Ist nicht festgelegt
  • Man muss sich ihr stellen oder schämt sich
  • Wir alle wären gerne angstfrei
  • Manche Ängste verlieren sich im Laufe des Lebens
  • Manche Ängste bleiben für immer

 

Es gibt vier Grundformen der Angst, die die Menschen prägen. Sie orientieren sich an den Kräften der Erde (Eigendrehung, Revolution, Schwerkraft, Fliehkraft) wenn die Kräfte der Erde übereinstimmen sind sie in Balance.

Sind wir ausgewogene Menschen, dann sind wir auch im Gleichgewicht

  1. Distanztyp

Angst vor Nähe, man dreht sich um sich selbst

Oberflächliche Kontakte

Abgrenzung

Ist in eigener Welt zuhause

Kann allein sein, auf sich selbst bezogen

Kann Gefühle eher in Worte fassen, aufschreiben

Ein Partner kann dabei seelisch verhungern

Eine lebendige Beziehung lebt von Distanz und Nähe

 

  1. Nähe Typ

Angst vor der Selbstwerdung

Starke Bindung an andere

Angst vor Trennung und Verlust

Ist sich seiner Eigenart bewusst

Harmonie mit anderen ist wichtig

Hat Mühe, zu seinen eigenen Bedürfnissen zu stehen

Gefahr sich übermäßig anzupassen

Sorgt sich um andere

Sorgt nicht für sich selbst

 

 

 

 

  1. Ordnungstyp

Hat Angst vor jeder Veränderung

Dinge müssen ihre Ordnung haben

Alles hat seinen festen Platz, auch das eigene Weltbild

Neues bedroht nur, ist nicht willkommen

Man ist bodenständig, gewissenhaft, verlässlich

Hat Bedürfnis nach Sicherheit

 

  1. Spontaner Typ

Ist sprunghaft

Kann sich nur schwer in Gegebenheiten fügen

Das größte Übel ist, festgelegt zu werden

Liebt Abenteuer

Angst, sich festlegen zu müssen

Gefahr: Umgang mit der Zeit und mit Geld

Neigung zur Übertreibung

Stehen gerne im Mittelpunkt

Fühlen sich in Gesellschaft wohl

(„Die Leute, die zu spät kommen haben meistens bessere Laune, als die, die warten“)

 

Eine gute Mischung von allen vier Typen macht einen netten Zeitgenossen aus!

 

Ängste in den Entwicklungsphasen:

 

Säuglingsalter:

  • Man ist den Ängsten ausgeliefert und auf Zuwendung angewiesen
  • Braucht Sicherheit und Geborgenheit = Schutz gegen jede Form der Angst
  • Die Entwicklung hängt stark von den Bezugspersonen ab
  • Man macht die ersten Erfahrungen fürs ganze Leben
  • Entwickelt Urvertrauen = ist der Schutz gegen unangemessene Ängste
  • Bietet die Grundlage für unser Selbstvertrauen und Lebensgefühl

 

Kleinkind:

  • Magisches Denken im Vordergrund kann viele Ängste auslösen, z.B. dunkles Zimmer
  • Auch als Erwachsene können die Ängste nochmals ausgelöst werden

 

Schule / Beruf:

  • Strenge Lehrer = Angst steht uns beim Lernen im Weg / Leistung über Person
  • Prüfungen, Klassenarbeiten können Ängste auslösen
  • Ein geschwächtes Selbst ist vermehrten Ängsten ausgesetzt
  • Manche leiden ein Leben lang unter den Demütigungen der Schule
  • Auch wenn man nicht alles gut kann, die Gesellschaft lebt von den unterschiedlichen Begabungen

 

Junge Erwachsene:

  • Müssen in die Gesellschaft hineinwachsen
  • Beruflich ihren Platz finden
  • Gehen auf Partnersuche
  • Das bringt alles Ängste mit sich
  • Die Angst begleitet uns und bringt immer wieder neue und andere Ängste hervor

 

 

Angst bei Krankheit, z.B.: bei einer Krebsdiagnose

  • Man muss sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzten
  • Die Angst lässt sich nicht weg reden
  • Das Gefühlschaos lässt sich aber sortieren
  • Man sollte sich jemand anvertrauen

 

Angst vor Krankheiten ist menschlich. Sie macht auf Gefahren aufmerksam und bietet dadurch Schutz.

Deshalb sollte man die Angst überwinden, sich ihr stellen, sich nicht von ihr beherrschen lassen-

Krankheit bringt uns in Situationen, denen wir uns nicht gewachsen fühlen.

 

In jeder Lebensphase begegnen wir Ängsten und haben sie bewältigt. Dadurch haben wir uns weiter-entwickelt und sind gereift.

 

Phänomene gesellschaftlicher Art, die Ängste auslösen können:

  • Endzeitängste
  • Schlimme Terroranschläge
  • Ökologische Katastrophen
  • Katastrophen um Atomkraft
  • Klimawandel
  • Kriege

Zukunftsängste gibt es in jeder Generation, nur die Themen wechseln.

Viele Ängste sind begründet und fordern deshalb, dass wir entschlossen handeln!

Wir Leben in einem Zeitalter der Verunsicherung und dies macht auch Angst!

 

Neurobiologie und Gehirnforschung:

  • im Gehirn finden bis ins hohe Alter ständig Umbauprozesse statt
  • die Angst hilft uns, beweglich zu bleiben und der Erstarrung zu entgehen
  • Stress macht im Gehirn Unruhe, es wird ein Botenstoff ausgeschüttet, alle Kräfte werden mobilisiert, erhöhte Aufmerksamkeit!
  • Bei jeder Problemlösung werden aktive Nervenbahnen weiter ausgebaut, dadurch werden wir immer fähiger, mit ähnlichen Situationen umzugehen

 

Krisen, Trauer, Dauerstress:

  • Bei langandauerndem Stress lässt die Angst nicht nach, sie zerstört dann die seelische Stabilität
  • Chance= neue Qualität von Selbstständigkeit erleben und Unabhängigkeit entwickeln
  • In solchen Krisen sollte man seelische Unterstützung erfahren
  • Vertrauen und Verbundenheit zu anderen hilft uns, Krisen zu bewältigen, es wird leichter
  • Selbsthilfegruppen und Freundeskreise haben sich dafür bewährt

 

Angst vor der Einsamkeit, vor dem Alter, dem Ruhestand:

  • Der eine sieht die Rentenzeit positiv, andere fühlen sich wertlos
  • Aber man hat nun die Freiheit, die Zeit neu zu entdecken in der Rente
  • Man sollte sich mit dem Verlust der Gesundheit aussöhnen und schauen, was trotzdem noch möglich ist
  • Was können wir noch bewirkten, auch wenn Möglichkeiten schwinden und der Beweglichkeit gesundheitliche Grenzen gesetzt werden?
  • Der Angst vor der Einsamkeit sollte man sich stellen und den Mut zu Kontaktaufnahmen haben. Sonst besteht die Gefahr, dass man sich immer mehr zurückzieht
  • Bilanz ziehen, Frieden mit sich selbst machen, Chance nutzen sich ungelösten Problemen zu stellen
  • „Biographiearbeit“ leisten
  • Gespräche mit anderen führen
  • Erinnerungsarbeit hilft / Loslassen von schwerem, an gutes Erinnern
  • Im Blick aufs Ganze wird der Sinn der Jahre erfahrbar

 

Umgang mit der Angst:

  • Nicht Angst als Gefühl zu schätzen, aber auch nicht unterschätzen
  • Wann taucht die Angst auf?
  • Der Angst stellen
  • Kleine Schritte mit der Angst sind große Schritte mit der Überwindung
  • Geteilte Ängste sind halbe Ängste (wichtige Personen einbeziehen)
  • Schwere Angstsymptome bedürfen jedoch fachlicher Hilfe
  • Das Leben ist begrenzt – Begegnung der Angst mit dem Sterben
  • Freude am Leben haben, trotz Ängsten
  • Veränderte Sicht auf unsere Ängste sind positiv. Durch Mut und neue Chancen können wir wachsen und reifen. Es kommt immer auf die Sichtweise an!