Wenn Beate Schneider Urlaub hat, dann verbringt die gelernte Kinderkrankenschwester, die seit 35 Jahren an der Universitätsklinik Tübingen arbeitet, diesen nicht in bekannten Urlaubsgegenden, sondern sie reist nach Eritrea.

In einem Vortrag, gab Beate Schneider vergangenen Montag bei den Landfrauen Beuren-Balzholz Einblicke in ihre Arbeit bei Archemed – Ärzte für Kinder ohne Not. Die Organisation betreut unter anderem mehrere Kinderstationen an Krankenhäusern in Eritrea.

Die Kinderkrankenschwester packt mit an, wenn es darum geht, die Menschen in dem ostafrikanischen Land an der Küste des Roten Meeres unterstützen. Sie weiß, in Eritrea, das weitgehend abgeschottet ist und seine Grenzen geschlossen hat, fehlt es an allem. „Ein halbes Jahr waren keine Antibiotika vor Ort zu bekommen“, erinnert sich Schneider. Selbst der italienische Botschafter bat damals Archemed um Hilfe für sein Kind.

Bei allen Problemen, die es in Eritrea gibt, das Land erlangte 1993 nach einem 30 jährigen Bürgerkrieg mit Äthiopien seine Unabhängigkeit und wird heute von einem autokratischen Regime geführt, sieht Beate Schneider auch die positiven Dinge, die sich entwickelt haben. 2004 wurde die erste medizinische Fakultät des Landes gegründet und die Mediziner sind inzwischen gut ausgebildet. Allerdings fehlt es häufig an Medikamenten und der nötigen Technik. Hier setzt die Hilfe von Archemed an. So wird, wann immer möglich, technisches Gerät aus Deutschland mitgebracht: Heizstrahler, Wärmebetten, Brutkästen. Die Geräte, Medikamente und weiteres Hilfsmaterial werden in großen Überseecontainern aufwendig verschifft. Die Technik ist aber nur das eine, ein weiterer Fokus liegt auf der fachlichen Aus- und Weiterbildung der Krankenschwestern und Pfleger. Diese sind meist ungelernt und zunächst eher unfreiwillig tätig. Hier gilt es Impulse zu setzten, Handgriffe zu zeigen und Fachwissen zu vermitteln. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Archemed möchte nicht einfach nach westlichen Gesichtspunkten helfen, sondern die Menschen anleiten, ihre Versorgung auch dann sicher zu stellen, wenn gerade keine Hilfskräfte vor Ort sind. So gelingt es nach und nach, die richtige Versorgung der Mütter und Säuglingen sicher zu stellen und immer mehr Kindern zu helfen.

Es sind die kleinen Glücksmomente, die Beate Schneider antreiben. Wenn zum Beispiel Kinder geheilt von der Gelbsucht die Klinik wieder verlassen oder wenn Operationen gut verlaufen und Kinder dadurch zu einem besseren Leben verholfen werden kann.

Link zur Internet-Seite:

https://www.archemed.org/